Aus „Stillfreundlich“ wird „Babyfreundlich“


Köln, den 1. März 2006
Die WHO/UNICEF-Initiative „Stillfreundliches Krankenhaus“
nennt sich ab sofort WHO/UNICEF-Initiative „Babyfreundliches Krankenhaus“ und
gleicht sich damit dem Namen der internationalen „Babyfriendly Hospital Initiative“
von Weltgesundheitsorganisation WHO und UNICEF an.

Der Erste Vorsitzende der WHO/UNICEF-Initiative und Chefarzt im St. Joseph Krankenhaus in Berlin, Dr. Michael Abou-Dakn, sagte dazu: „Ziel der Namensänderung ist, die Leistungen der Krankenhäuser, die sich der WHO/UNICEF-Initiative angeschlossen haben, treffender zu beschreiben. Babyfreundliche Krankenhäuser wollen in erster Linie die Bindung zwischen Eltern und Kind schützen und fördern. Das Entstehen dieser Bindung nennen wir `Bonding´. Das Stillen ist eine natürliche Folge eines gelungenen `Bondings´.“

„Babyfreundlich“ beugt der Vernachlässigung von Kindern vor

Nach ausländischen Studien stärke das Babyfreundliche Betreuungskonzept die Mutter-Kind-Beziehung und beuge damit der Vernachlässigung von Kindern vor. Auch in Deutschland könne dies Kinderleben retten.
Nach aktuellen Erhebungen entstehe in Babyfreundlichen Krankenhäusern eine stärkere Mutter-Kind-Bindung als in herkömmlichen Geburtskliniken. In einer Geburtsklinik in Thailand sei die Rate von Kindesaussetzungen mit 33 Kindesaussetzungen auf 10.000 Geburten sehr hoch gewesen. Diese Rate habe sich auf nur eine Kindesaussetzung auf 10.000 Geburten reduziert, nachdem das Krankenhaus den Babyfreundlichen Betreuungsstandard von Weltgesundheitsorganisation WHO und UNICEF eingeführt habe. „Berichte aus Russland, den Philippinen und aus Costa Rica bestätigen mit ähnlichen Zahlen, dass die Babyfreundliche Geburtshilfe den Zusammenhalt zwischen Mutter und Kind tatsächlich verbessert“, unterstrich Abou-Dakn.

Frühwarnsysteme durch Prävention sinnvoll ergänzen

Laut einer UN-Studie sterben in Deutschland jede Woche etwa zwei Kinder an den Folgen von Misshandlung. Nach Einschätzung von UNICEF sei die Dunkelziffer jedoch viel höher. Mehrere Bundesländer wollen mit der Einführung von Pflichtuntersuchungen Fälle von Kindesmisshandlung frühzeitiger aufdecken. „Diese Frühwarnsysteme müssen durch Prävention sinnvoll ergänzt werden. Kinder können vor Misshandlung bewahrt werden, indem die Eltern-Kind-Bindung gestärkt wird. Genau das geschieht in Babyfreundlichen Krankenhäusern“, betonte Abou-Dakn. „Von rund 900 Geburtskliniken bundesweit sind jedoch erst 25 als Babyfreundliches Krankenhaus anerkannt. Deutschland hat im Juni 2004 einen EU-Aktionsplan unterzeichnet, der auch die Unterstützung der WHO/UNICEF-Initiative vorsieht. Es ist höchste Zeit, dass die Politik dieser Absichtserklärung konkrete Maßnahmen folgen lässt.“

Die besonderen Leistungen Babyfreundlicher Krankenhäuser

„Babyfreundliche Krankenhäuser“ führen eine Vielzahl von Leistungen zu einem ganzheitlichen Betreuungskonzept zusammen, von der Schwangerenvorsorge bis zu Beratungsangeboten nach der Entlassung. Die Babyfreundliche Geburtshilfe vermeidet Routinen, die das erste Kennenlernen von Eltern und Kind beeinträchtigen könnten. Sie leitet die Mutter dazu an, die Signale ihres Kindes zu verstehen und feinfühlig darauf zu reagieren. „Babyfreundliche Krankenhäuser begleiten Eltern auch in den ersten Monaten mit dem Kind. Die Angebote der Klinik werden vernetzt mit Unterstützungsangeboten für junge Familien außerhalb des Krankenhauses, so dass eine wirksame Betreuung gewährleistet ist“, sagte Abou-Dakn.

Bei Rückfragen und Interviewwünschen wenden Sie sich bitte an die WHO/UNICEF-Initiative, Gisela Meese (Geschäftsführerin): Tel.: (02 21) 3 40 99 80 Weitere Informationen im Internet unter www.babyfreundlich.org

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