Känguru-Trage oder Wickelkreuztrage?Ein Kommentar von Frau Hilke Engel-MajerPhysiotherapeutin, spezialisiert auf die Behandlung von Kindern | |
Egal um welches Alter oder welches Kind es sich
handelt, halte ich aus physiotherapeutischer Sicht die Wickelkreuztrage
immer für vorteilhafter als die Känguruhtrage, sowohl für das Kind als auch für
den Tragenden!
Durch die quere Tuchbahn über den Po wird dieser optimal fixiert. Die überkreuzenden Tuchbahnen halten den Rumpf des Kindes stabil und fest an der /dem Tragenden ohne zu sehr einzuengen. Es ist sogar möglich eine Schiefhaltung zu korrigieren. Die Kritik, dass der Rücken des Kindes zu sehr gerade gedrückt wird kann ich nicht nachvollziehen. In der Känguruhtrage gibt die eine Tuchbahn nicht annähernd soviel Halt. Dadurch ist der Rücken nicht nur selten mehr gebeugt, sondern oft auch seitlich verbogen. Jeder Tragende der beide Wickelvarianten ausprobiert hat fühlt den Unterschied selbst. Natürlich haben unsere Säuglinge entsprechen der Embryonalhaltung noch keine aufgerichtete Wirbelsäule wie Erwachsene. Allein durch das Angeschmiegtsein an Brust und Bauch der Trageperson besteht auch in der Wickelkreuztrage keine Überstreckung des kindlichen Rückens - in der Känguruhtrage dagegen hängt das Kind eher zusammengesunken. Das Kind hier stabil "anzuwickeln" ist bedeutend schwieriger. Nun zu der /dem Tragenden: Wem sind beim Tragen nicht schon die Schultern "abgebrochen" wenn die Kinder immer schwerer werden. Der flächige Quergurt bei der Wickelkreuztrage sorgt dafür, dass viel Gewicht über das Becken und die Lendenwirbelsäule abgenommen wird. Die Schultern werden deutlich entlastet. Eigentlich ist es sehr einleuchtend wenn man es ausprobiert! Wir danken Frau Hilke Engel-Majer für die Erlaubnis, diese Stellungnahme zu veröffentlichen. Ludwigsburg im Februar 2006 Anmerkung von DIDYDMOS:Wir halten beide Bindeweisen für gleich gut,immer vorausgesetzt, dass sie korrekt gebunden sind. |
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